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Kreuzlingen

20. Juli 2017 14:27; Akt: 20.07.2017 18:56

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Ist enttäuscht: M. erhielt nach der Befragung vor der Einbürgerungskommission eine negative Empfehlung.
Ist enttäuscht: M. erhielt nach der Befragung vor der Einbürgerungskommission eine negative Empfehlung.
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Der Fall der türkischstämmigen Funda Yilmaz geht um die Welt: Sie scheiterte in Buchs AG beim Einbürgerungsgespräch, obwohl sie den Staatskundetest bestanden hatte . Ähnliches hat M. M.* aus Kreuzlingen erlebt. Er stammt ursprünglich aus dem deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz. Er lebt seit 16 Jahren in der Schweiz, hat hier die Schule besucht und im Kanton Thurgau eine Firma aufgebaut, ist im Arbeitgeber- und Hauseigentümerverband. «Als ich mich dazu entschloss, den Schweizer Pass zu beantragen, ging ich davon aus, dass die Einbürgerung eine Formsache wird», sagt der Unternehmer.

Es kam anders: M. trat vor die Einbürgerungskommission der Stadt Kreuzlingen – und fiel durch. Die Kommission empfiehlt dem Gemeinderat ein Nein. Dieser hat nun das letzte Wort. Es ist bereits der zweite Anlauf des 29-Jährigen. «Ich wurde vor einigen Jahren wegen einer Geschwindigkeitsübertretung nicht eingebürgert.»

M. fühlt sich ungerecht behandelt: «Das Interview auf der Gemeinde war Schikane. Ich wurde mit Fragen bombardiert, die weit über normale Ortskenntnisse hinausgehen.»

Im 45-minütigen Gespräch, das die Stadt aufgezeichnet hat, ist der Ton freundlich. M. sagt ganz am Anfang: «Ich habe den grössten Teil meines Lebens in der Schweiz verbracht, ich bin hier zu Hause. Jetzt hätte ich auch gern das Papier. Ich würde gerne dort mitbestimmen können, wo ich daheim bin.» Im Anschluss stellen die Mitglieder der Einbürgerungskommission Dutzende Fragen: Sie testen seine Ortskenntnisse, sein Geschichtswissen, stellen Fragen zur Politik oder zum Sozialwesen. M. weiss einiges, kommt aber auch immer wieder ins Straucheln.

Beispielsweise soll er nach den katholischen Kirchen im Ort, von denen er einige benennen konnte, die reformierten aufzählen. Er weiss die Namen nicht, beschreibt aber deren Lage. Ein Mitglied der Kommission schreitet korrigierend ein: Eine der beschriebenen Kirchen sei ebenfalls eine katholische. Dann muss M. mindestens vier Museen nennen. Er kennt nur zwei: «Ich bin kein Museumsgänger», sagt er entschuldigend.

Es reiht sich Frage an Frage: «Sagt Ihnen der Begriff ‹Crucelin› etwas?» M. muss passen, nachdem er das Wappen der Stadt mit dem Bischofsstab noch korrekt beschreiben konnte. «Wussten Sie, wo das alte Kloster stand?» M. weiss es nicht.

Wie setzt sich der aktuelle Stadtrat zusammen? M. kann einige Namen nennen. Wie viele Gemeinderäte gibt es? Er sagt 30, es sind aber 40. Wer ist Schulpräsident? M. kennt nur den Vorgänger, nicht aber den aktuellen Präsidenten. Dann muss er erklären, wie die hiesigen Sozialwerke finanziert werden, was ihm ansprechend gelingt. Auch die Spitäler und Firmen in der Stadt kann er ohne Mühe aufzählen.

«Es ist heavy, von rund zehn Personen mit Fragen gelöchert zu werden. In einer solchen Prüfungssituation ist man natürlich nervös», sagt M. Dass er im Gespräch durchfiel, kränkt ihn. «Es ist extrem enttäuschend, zu hören, man sei hier nicht zu Hause. Ich meine mehr über die Stadt zu wissen als mancher Kreuzlinger.»

Gemäss M. ging es nur um Wissensfragen. «Meine Person und mein Leben als integrierter Bürger haben die Kommission überhaupt nicht interessiert. Dabei hatte ich den schriftlichen Wissenstest bestanden.»

Michael Stahl, der Präsident der Einbürgerungskommission, kann den Fall nicht kommentieren. «Das Einbürgerungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen.» Stahl betont, dass nur ein Bruchteil der Gesuchsteller beim Einbürgerungsgespräch durchfalle. So haben laut Stahl im vergangenen Jahr 37 Personen die mündliche Befragung bestanden, während nur drei Personen zur Ablehnung empfohlen wurden.

Man nehme auch auf die persönlichen Gegebenheiten der Kandidaten Rücksicht. Der Schwierigkeitsgrad der Fragen sei angemessen, die Fragen seien auch nicht dermassen detailliert wie etwa in Buchs AG. Die Gemeinde sorgte für Schlagzeilen, weil sie die türkischstämmige Funda Yilmaz im Einbürgerungsgespräch auflaufen liess.

Keinen Einfluss auf den Entscheid habe, wenn sich ein Gesuchsteller kritisch gegenüber der Gemeinde äussere. «Im Gegenteil: Kritisch äussern kann sich nur, wer sich mit dem Wohnort auseinandersetzt und mitbekommt, wo Handlungsbedarf besteht», so Stahl. M. hatte vor der Kommission kritisiert, die Stadt vergebe Aufträge unter der Hand und zu überhöhten Preisen.

M. überlegt sich nun schweren Herzens, die Stadt zu verlassen. Noch hofft er aber, dass ihn der Gemeinderat doch noch einbürgert.

(daw)

Der Bundesrat ist gegen die Initiative «Ja zum Verhüllungsverbot». Mit einem indirekten Gegenvorschlag will er verschiedene Massnahmen einführen.

Nach dem Schwächeanfall im Fussballstadion schickt Maradona seiner Freundin eine Audiodatei, um sie zu beruhigen. Nur: Beruhigend wirkt die Nachricht nicht.

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845 Kommentare
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Angie am 20.07.2017 16:04 via Diesen Beitrag melden

Das verstehe ich nicht. Dieser Mann ist sehr gut integriert, arbeitet und beherrscht unsere Sprache. Da gäbe es viele andere, denen ich die Einbürgerung nicht bewilligt hätte, weil sie die Sprache nicht beherrschen.

2 Übernimmt die SAS die Nachkontrolle, so prüft sie, ob das Laboratorium die gesetzlichen Regelungen erfüllt, und informiert das Schweizerische Heilmittelinstitut. Das Schweizerische Heilmittelinstitut und die zuständige kantonale Behörde können an den Nachkontrollen teilnehmen.

3 Die SAS informiert das Schweizerische Heilmittelinstitut laufend über die Erteilung, die Erneuerung, den Entzug oder die Suspendierung von Akkreditierungen sowie über Änderungen im akkreditierten Bereich.

4 Das Laboratorium stellt dem Schweizerischen Heilmittelinstitut auf Verlangen die Belege zum Akkreditierungsverfahren zur Verfügung.

Art. 15

Das Schweizerische Heilmittelinstitut kann die Bewilligung entziehen, sistieren oder einschränken, wenn:

Art. 16

Laboratorien, die diagnostische oder epidemiologische Untersuchungen und Untersuchungen zum Ausschluss einer übertragbaren Krankheit durchführen, müssen sich an die in Anhang 1 definierte gute Praxis in mikrobiologischen Laboratorien halten.

Art. 17

Laboratorien, die diagnostische oder epidemiologische Untersuchungen und Untersuchungen zum Ausschluss einer übertragbaren Krankheit durchführen, müssen das nach Artikel 10 erforderliche Qualitätsmanagementsystem unter Berücksichtigung der Normen nach Anhang 2 Ziffer 1 erstellen.

Laboratorien, die Untersuchungen von Umweltproben durchführen, müssen das nach Artikel 10 erforderliche Qualitätsmanagementsystem unter Berücksichtigung der Norm nach Anhang 2 Ziffer 2 erstellen. Das Schweizerische Heilmittelinstitut kann dazu einen Leitfaden erlassen.

Die Laboratorien müssen sich regelmässig einer externen Qualitätskontrolle unterziehen.

Art. 18

Laboratorien, die als Referenzzentren oder als Bestätigungslaboratorien nach Artikel 17 EpG tätig sind, müssen die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) festgelegten Diagnostikkonzepte einhalten.

Laboratorien, die in der primärdiagnostizierenden Stufe tätig sind, müssen die vom BAG festgelegten Diagnostikkonzepte einhalten.

Das BAG kann die Diagnostikkonzepte übergeordneter internationaler Institutionen für verbindlich erklären.

Art. 19

Unterlagen, die aufgrund des internen Qualitätsmanagements erstellt werden, Laborprotokolle und Untersuchungsberichte sind während mindestens fünf Jahren aufzubewahren und dem Schweizerischen Heilmittelinstitut auf Verlangen zur Verfügung zu stellen.

Unterlagen, die für die externe Qualitätskontrolle erstellt werden, sind während mindestens fünf Jahren aufzubewahren und dem Schweizerischen Heilmittelinstitut auf Verlangen zur Verfügung stellen.

Laborprotokolle und Analysenberichte betreffend Untersuchungen zum Ausschluss einer übertragbaren Krankheit sind während zwanzig Jahren aufzubewahren.

Das Laboratorium muss mit technischen und organisatorischen Massnahmen dafür sorgen, dass die Untersuchungsberichte und sämtliche Patientendaten vor unbefugtem Zugriff geschützt sind.

Art. 20

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